Schwerin. Viele Fachkräfte der Sozius gGmbH nutzten die Veranstaltung der
Arbeitsgemeinschaft der Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG), um mit
den Landtagskandidaten Manuela Schwesig und Jörg Heydorn über Perspektiven in der Pflege zu diskutieren. Manuela Schwesig machte in ihrem Vortrag deutlich, dass sie die gesellschaftliche Diskussion zur Pflege auf allen
politischen Ebenen anstossen will.

"Pflege ist kein Luxusgut sondern ein elementares Bedürfnis, das solide
finanziert und vernünftig bezahlt werden muss". Die anwesenden Pflegekräfte
schilderten die angespannte Situation in den  Pflegeeinrichtungen und
machten insbesondere auf den Fachkräftemangel und die schlechte Bezahlung
aufmerksam. "Mit immer weniger Personal und immer mehr bürokratischen
Aufwand ist eine gute und menschliche Pflege mittelfristig nicht mehr zu
leisten", stellte eine Altenpflegerin klar und fragte, welche Möglichkeiten
die Politik hat, hier Einfluss zu nehmen. Der SPD-Landtagsabgeordnete Jörg
Heydorn forderte faire Verhandlungen bei den Pflegesätzen und berichtete,
dass die SPD in der Stadtvertretung und im Landtag schon Initiativen
ergriffen hat. Ein besonderes Anliegen beider Landtagskandidaten ist der
Bürokratieabbau. Jörg Heydorn: "Es kann nicht sein, dass in manchen Fällen
fast die Hälfte der Arbeitszeit für die Dokumentation gebraucht wird".

Manuela Schwesig machte deutlich, dass eine Pflegereform auf Bundesebene
dringend notwendig ist um die Situation vor Ort zu verbessern. "Wir brauchen neue Pflegestufen, die den Zeitaufwand der Fachkräfte besser
berücksichtigen und die Arbeit besser honorieren. Bürokratie muss abgebaut werden. Mit einer solidarischen Bürgerversicherung soll die Pflege finanziert werden."

Bild: Bernd Schulte